Wetter: sehr schön / Temp.: 20 Grad / Wind: 1 Bf.
In den vergangenen Tagen erlebten wir auf der Alpennord- wie auch auf der Alpensüdseite sommerliche Temperaturen. Mit Nordföhnunterstützung zeigten die Thermometer am Freitag im Süden der Schweiz sogar absolute Rekordwerte an. In "Lugano" wurde es beispielsweise 30,8 Grad heiss! Der erste Hitzetag des Jahres ist somit gleichzeitig ein absoluter Temperaturrekord. Gemäss Klimadaten des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie der Schweiz war es im April seit Messbeginn, noch nie so heiss. Die bisher höchste Apriltemperatur von "Lugano" stammt vom 20. April 1949 mit 28,9 Grad.
Nach unserem kurzen Besuch in der Schweiz fahren wir zunächst nach "Schmalegg" bei "Ravensburg", wo sich ein Teil der Produktionsstätten von "Carthago" befindet. Da wir bereits um sieben Uhr morgens einen Werkstatttermin wahrnehmen müssen, übernachten wir heute Nacht direkt auf dem werkseigenen Stellplatz von "Carthago".
Die Hinfahrt nach "Ravensburg" verläuft trotz Sonntagsverkehr problemlos. Auch hier ist der Frühling weit fortgeschritten, so dass die Wiesen, Bäume und Blumen bereits jetzt einen Stand von normalerweise Ende April erreicht haben.



Aufenthalt in Ravensburg (D) (Montag, 11.4.2011)
Wetter: sehr schön / Temp.: 22 Grad / Wind: 1 Bf.
Während des dreitägigen Service-Aufenthalts bei "Carthago" wohnen wir inmitten der wunderschönen Innenstadt von Ravensburg. Der "Gasthof Ochsen" verfügt über ein hauseigenes WLAN, so dass der Internetzugriff gewährleistet ist :-)
Nach der abnormalen Wärmeperiode der vergangenen Woche steht nun ein markanter Kälteeinbruch bevor. Im Laufe des Dienstags zieht eine Kaltfront zu den Alpen. Dahinter fliesst am Mittwoch wieder trockenere, aber deutlich kältere Luft zu uns. Die Temperaturen sinken wieder auf für die Jahreszeit übliche Werte. Ganz Mittel- und Südeuropa erfährt dadurch einen Temperatursturz von mindestens 10 bis 15 Grad. Die Schneefallgrenze fällt kurzfristig sogar unter 1000 m Grenze hinunter.
So wollen wir denn den wunderschönen und warmen Montag ausgiebig geniessen. Die gut erhaltene und gepflegte Altstadt von "Ravensburg" hat allerhand zu bieten.




Unzählige Läden und Boutiquen säumen die romantischen Gassen und laden zum Bummeln und Flanieren ein.




Die Auswahl an gemütlichen Restaurants und Cafés ist beachtlich.



Auch wir lassen uns da nicht zweimal bitten.

Die vielen sehenswerten mittelalterlichen Altstadtbauten ziehen nicht nur Romantiker in den Bann.





Inmitten der Altstadt thront der weithin sichtbare Blaserturm. Ehrensache, dass wir die 212 Stufen des 51 m hohen ehemaligen Feuerwacht- , Uhren- und Spähturm erklimmen :-)


Die Aussicht auf die Dächer der Stadt ist, wie immer, beeindruckend. Wir können in der Ferne trotz Dunst sogar den "Säntis", unseren 2502 m hohen Hausberg in der Schweiz, erkennen.




Gegen Abend ziehen allmählich Schlierenwolken auf, welche die herannahende Kaltfront ankündigen. Mal sehen, ob die Meteorologen diesmal Recht behalten ;-) Wenn ja, werden wir den Tag wohl in unserem "Gasthof Ochsen" verbringen müssen.

Aufenthalt in Ravensburg (D) (Dienstag, 12.4.2011)
Wetter: bewölkt bis regnerisch / Temp.: 14 Grad / Wind: 1 bis 3 Bf.
Unsere Vermutung, dass die Meteorologen doch nicht Recht behalten würden, ist eingetroffen ;-) Der Vormittag bleibt trocken, obwohl der Himmel bereits in Wolken gehüllt ist und ein für uns ungewohnt kalter Wind weht. Der Einfluss des Wetters auf die Bilder der Stadt ist offensichtlich. Noch so schöne Sujets verblassen im Grau, wenn der blaue Himmel und die strahlende Sonne fehlen.


Selbst bei den Kirschblüten fehlt heute der kontrastreiche Hintergrund des blauen Himmels.

In einer versteckten Seitengasse finden wir ein gemütliches Italiener-Restaurant, das "Alte Lädele", wo wir das gute und preiswerte Mittagessen geniessen.

Am Nachmittag regnet es ab und zu leicht und der unangenehme Wind, der durch die Gassen pfeift, lässt einen die Temperatur noch kälter empfinden. Mit 14 Grad bleibt die Tagesmaximaltemperatur indessen weit hinter denen der vergangenen Woche zurück. Wir ziehen uns erst einmal in unser Hotelzimmer zurück und aktualisieren unser Reisetagebuch ;-)
Im nahen Restaurant "Babiole" am "Marienplatz" lassen wir uns zum Abendbrot eine feine "Focaccia" servieren. Das Lokal ist stilvoll eingerichtet und das Essen schmeckt ausgezeichnet. Nun hoffen wir, dass die Reparaturarbeiten an unserem "Elchi" bis morgen Nachmittag fertig werden und wir unser Reise in den Süden beginnen können.
Aufenthalt in Ravensburg (D) (Mittwoch, 13.4.2011)
Wetter: bewölkt bis sonnig/ Temp.: 11 Grad / Wind: 1 bis 2 Bf.
In der Nacht hat es noch leicht geregnet. Die Kaltfront scheint jedoch schon vorüber zu sein. Heute Morgen scheint jedenfalls wieder die Sonne. Die Temperaturen bleiben jedoch verhalten.
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ;-) Ein Anruf von "Carthago" am frühen Morgen stoppt vorerst unsere Weiterreiselust. Die Werkstatt benötigt für die Sanierung des Alufrasses an unserem Reisemobil noch einen zusätzlichen Tag. Dies ist aber halb so schlimm, da unser Hotel gerade noch ein Zimmer für eine weitere Nacht frei hat und wir keine fixen Termine für die Weiterreise haben.
Zum Glück hat die stattliche Altstadt von "Ravensburg" noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Am Morgen unternehmen wir einen Spaziergang zur "Veitsburg" auf einem nahen Hügel südöstlich der Altstadt und geniessen die wunderbare Aussicht auf die Stadt und Umgebung. Übrigens vertauscht der Volksmund bei der "Veitsburg" die Buchstaben zu "Vurtsbeig" (uralter Ravensburger Witz).
Vorbei an einem künstlerisch gestalteten Brunnen beim ehemaligen "Franziskanerinnen Kloster St. Michael"…

…steigen wir zunächst zum dominanten "Mehlsack", dem Wahrzeichen von "Ravensburg", empor. Der "Mehlsack" verdankt den seltsamen Namen seiner runden Form und dem hellen Verputz, der ihm das Aussehen eines grossen Mehlsackes gibt :-)


Leider können wir den Turm heute nicht besteigen, da dieser nur an den Wochenenden für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Am Philosophenweg (den gibt's nicht nur in Heidelberg) befindet sich ein alter, gut erhaltener "Torkel". Die Weinpresse, mehrheitlich aus massivem Eichenholz gefertigt, wurde mit Muskelkraft durch drehen der Spindel auf und ab bewegt.



Anschliessend arbeiten wir uns die letzten der insgesamt 345 Treppenstufen bis zur Burg empor, wo sich eine attraktive Aussichtsplattform befindet.

Alleine schon wegen der herrlichen Aussicht auf die Innenstadt "Ravensburgs" lohnt es sich, hierher hinaufzusteigen.



Das Konzerthaus am nördlichen Altstadtrand, welches 1896 erbaut wurde, ist von hier aus gut zu erkennen.

Die Burggartenterrasse des "Restaurants Veitsburg" bleibt heute infolge der kühlen Witterung menschenleer.

Auch wir verziehen uns ins Innere des Burgrestaurants, um in Ruhe einen Café mit Kuchen einzuverleiben. Die Aussicht durchs Fenster ist ebenso schön ;-)

Beim Abstieg bewundern wir das gut erhaltene Obertor, das vermutlich älteste Stadttor "Ravensburgs". Das "Armsünderglöcklein" im Giebel des 42 m hohen Tores läutete früher bei Hinrichtungen.



An der "Brotlaube", dem alten Marktgebäude und späteren Theater, bewundern wir das kunstvoll gestaltete Wappen an der Fassade.


Das "Babiole", was auf Deutsch übersetzt "Kleinigkeit" oder "Köstlichkeit" bedeutet, hat es uns angetan. Dieses in der Tradition der französischen Bistros eingerichtete Lokal mit viel Charme und Liebe zum Detail verbindet ein Bäckerei & Pasticceria für mediterrane Köstlichkeiten mit einer Vinothek. Das von aussen eher unscheinbare wirkende Haus entpuppt sich im Innern als Schmuckstück.

Während im Erdgeschoss eine eher rustikale Atmosphäre vorherrscht, ist die Einrichtung im Obergeschoss in einem etwas moderneren Stil gehalten. Gemütliche Sitzgelegenheiten, ein Klavier und ein Kaminfeuer sorgen hier für ein besonderes Wohlfühlambiente. Die Weinregale aus Eichenholz entlang des Treppenaufgangs sind ein echter Hingucker - nicht nur wegen des Wandspiegels, der den grosszügig möblierten Innenraum künstlich vergrössert.

Selbst das Studium der perfekt gestylten Speisekarte ist ein Genuss.

Nicht zuletzt sorgt auch das gut geschulte, freundliche und aufmerksame Servierpersonal für ein meist volles Lokal. Wir sind vom "Babiole" jedenfalls hell begeistert und besuchen das Lokal heute gleich zwei Mal :-)
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