Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 23 Grad
Nach einer "extended recovery and recreation time" im Raum St. Gallen setzen wir unsere Reisetätigkeit fort. Ursprünglich wollten wir mit unserem "Elchi" den Sprung über den Ärmelkanal nach "Old England" wagen und dort vor allem das wunderschöne "Rosamunde Pilcher Land" ansehen, welches wir so oft im Fernsehen bestaunt haben. Dabei wollten wir uns auf den Süden Englands beschränken, unsere Reise jedoch bis nach "Cornwall" an die äusserste Südwestecke ausdehnen.
Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Bei einem Besuch bei meinem Bruder und seiner Frau entschliessen wir uns zunächst spontan, bei ihrer bereits gebuchten Kanada-Reise mitzumachen und unser Reisevorhaben nach Süd-England auf irgendwann zu verschieben. Infolgedessen überdenken wir unsere Reisepläne für den Juli und August neu. Doch als wir uns ein paar Tage später beim Reisebüro erkundigen, wird schnell klar, dass wir uns zu früh auf Kanada gefreut haben. Ein Teil des Reisearrangements ist leider schon ausgebucht, so dass wir schweren Herzens entschliessen, die ganze Übung abbrechen.
Zu unserem Bedauern erhalten wir vom Lorch-Händler die Nachricht, dass die Lieferung unseres Surfbrettes Verspätung hat und dieses erst nächsten Dienstag in Konstanz eintreffen wird. Ohne den neuen "Lorch Glider 123" wollen wir unsere Reise selbstverständlich nicht antreten. So bleibt uns wohl oder übel nichts anderes übrig, als unsere Abreise aufzuschieben, wobei wertvolle Reisezeit für England verloren geht. Allmählich geraten wir in einen Zeitstress, denn wir wollen weder einen zu kurzen England-Urlaub, noch einen ebenso knappen Surfurlaub auf Rügen in Kauf nehmen. Letztendlich entscheiden wir uns für Rügen, wo wir auch unsere Freunde treffen und ausgiebig Windsurfen wollen. England muss eben warten :-( So bleibt uns vor unserer Reise an die Ostsee obendrein noch etwas Zeit, um uns ein paar schöne Dörfer und Städte am deutschen Bodenseeufer etwas genauer anzuschauen.
Unseren "Elchi" haben wir während unseres Service-Aufenthaltes herausgeputzt und entsprechend unserer Reisevorhaben beladen. Wir sind im Nu reisefertig und peilen unser nächstes Reiseziel "Rügen" an. Auf unserer ersten Etappe wechseln wir lediglich vom südlichen auf das nördliche Bodenseeufer, wo wir uns auf dem Campingplatz "Alpenblick", östlich von "Hagnau" gelegen, niederlassen. Dieses idyllische Dorf liegt unweit von "Meersburg" weg, welches wir uns ebenfalls anschauen wollen.
Der Campingplatz "Camping Alpenblick" in "Hagnau" liegt zwischen See und Hauptstrasse. Diesbezügliche Lärmimmissionen sind leider nicht auszuschliessen. Andererseits haben wir keine Wahl, denn der zweite Campinglatz im Dorf liegt an der gleichen Strasse. Die relativ neuen Sanitäranlagen lassen an nichts zu wünschen übrig. Das Panorama auf das Alpsteinmassiv mit dem alles überragenden Säntis (unser 2'502 Meter hoher Hausberg ;-) ist wunderschön. Der Campingplatz ist infolge Ferienbeginns bereits gut belegt. Wir erhaschen für unser relativ grosses Fahrzeug gerade noch eine Restparzelle zu reduziertem Preis.

Zurzeit arbeite ich mich in die HDR-Fotografie ein. Die aus drei Fotos generierten Bilder (+ - 2 EV) wirken doch noch etwas zu surrealistisch ;-)

Ein Zehn-Minuten-Spaziergang auf dem Uferweg bringt uns in nahe Dorf Hagnau, welches mit einer bezaubernden Strandpromenade und zahlreichen einladenden Restaurants und Cafés zum Verweilen einlädt. An der Strandpromenade befindet sich auch eine attraktive Minigolfanlage mit Selbstbedienungsrestaurant, für uns gerade richtig für einen kleinen Lunch.


Auffallend sind die gut erhaltenen Villen mit den kunstvollen Mansarddächern, wie man sie bei uns nur noch gelegentlich sieht.



Aber auch Neubauten passen sich nahtlos ins wunderschöne Dorfbild ein.


"Hagnau" liegt mitten in einem Rebbaugebiet. Davon zeugt auch dieser alte Torkel.

Als surrealistisches HDR-Bild schaut der Torkel noch imposanter aus ;-)

Nach einem geeigneten Lokal fürs Abendessen brauchen wir nicht lange zu suchen. Das Restaurant "Zum Fässle" in einer Seitengasse, nahe dem Zentrum, ist uns auf Anhieb sympathisch.

Unser Gespür für gute Restaurants hat uns auch diesmal nicht verlassen. Service, Ambiente, das reichhaltige Angebot und das Preis/Leistungsverhältnis sind hervorragend und das Essen schmeckt ausgezeichnet.


Mit einem Bummel entlang der Uferpromenade runden wir den schönen Abend ab.



Der öfters über der Küstenlinie kreuzende Zeppelin zeugt vom nahen Friedrichshafen, welches wir uns übermorgen ansehen wollen.

Der makellose Vollmond kündigt das schöne Wetter von morgen an.

Mit dem Fahrrad nach Meersburg (D) (Samstag, 16.7.2011)
Wetter: sehr schön / Temp.: 25 Grad
Nach der Kaltfront, welche uns in den letzten Tagen überquert hat, nähern sich die Lufttemperaturen allmählich wieder den sommerlichen Werten. Wir nutzen den schönen Tag für einen Ausflug mit unseren Fahrrädern ins ca. 7 km entfernte "Meersburg".
Im Gegensatz zu Italien und Spanien gibt es in Deutschland überall gut ausgebaute, ausgeschilderte Radwege, so vor allem auch entlang des Bodenseeufers. Um neun Uhr sind wir bereits in Richtung "Hagnau" unterwegs.


Die ausgedehnten Rebplantagen profitieren auf dieser Bodenseeseite von einer Südhanglage.



Die WC-Häuschen am Wegesrand sind hier vorbildlicherweise mit berührungslosen Pissoirs, Waschbecken und Händetrockner ausgerüstet. Besser geht's nicht ;-)

Wunderschöne Fachwerkbauten ziehen die Blicke der Passanten auf sich. Alleine die riesigen Lüftungsrohre mitten in der Fassade sind nicht eben stilecht.

Nach einer Viertelstunde treffen wir bereits am Altstadtrand vom "Meersburg" ein und parken unsere Räder. Noch ist die malerische Hauptgasse fast menschenleer. Dies wird sich in den nächsten Stunden massiv ändern, denn "Meersburg" ist auch Ziel von vielen Schiffsrundfahrten und Touristenbussen.





Wir spazieren erstmal durch die märchenhaften Gassen der Altstadt und arbeiten uns allmählich in die Oberstadt hoch, wo sich auch die alte Burg befindet.




Dieser mittelalterliche Teil der Stadt gibt sich ganz "ritterlich". Selbst die Reiseführer, Verkäufer in Shops und Ticketkontrolleure sind mit zeitgemässen Gewändern eingekleidet.





Die Auswahl an Restaurants und Cafés ist riesig. Wir entscheiden uns schliesslich für ein kleines Restaurant in der Mitte der Hauptgasse.


Nach dem kleinen Lunch (wir wollen heute Abend noch Fisch essen gehen), schlendern wir der Uferpromenade entlang.

Die wichtige Verbindungsfähren "Konstanz – Meersburg" kreuzen sich hier gerade.

Vor der Hafenpromenade findet scheinbar ein Treffen der alten und neuen Fährengenerationen statt.


Wir werfen noch einen letzten Blick zur "Burg Meersburg" hoch, die der Stadt den Namen gegeben hat.

Vorbei am "Staatsweingut Meersburg" und am neuen "Schloss Meersburg" treten wir den Rückweg an.


Bereits am Abend macht sich eine Föhnstimmung mit Weitsicht breit, so dass man den Säntis gut erkennen kann.

Leider ist der Föhn ein Vorbote der nahenden Schlechtwetterfront, welche uns morgen Sonntag überqueren wird.
Kiten in Hagnau (D) (Sonntag, 17.7.2011)
Wetter: heiter bis bewölkt, Regen / Temp.: 21 Grad / Wind: 4 bis 5 Bf. (SW)
Das Thermometer zeigt am frühen Morgen bereits 19 Grad an. Viel wärmer wird es jedoch nicht werden, denn nach dem Ende des Föhns wird die Kaltfront ab Mittag für eine fühlbare Abkühlung sorgen.


Ein HDR-Foto gefällig?

Unseren Ausflug nach Friedrichshafen verschieben wir um einen Tag und hoffen, dass das Wetter mitspielt. Gegen halb elf Uhr beginnt ein surfwürdiger Wind aufzufrischen.

Bei bewegten Menschen wird die korrekte Darstellung des HDR-Fotos wegen Schattenbildern problematisch. Die Software "Photomatix Pro" schafft es dennoch.

Wir lassen unser Surfzeugs auf dem Dach des Reisemobils ruhen und schauen stattdessen zwei Kitern bei ihrem Treiben zu.




Um mit den Kites tolle Sprünge zu machen, benötigt man nicht unbedingt hohe Meereswellen, obwohl auf dem "Schwäbischen Meer", wie es hierzulande heisst, bei entsprechendem Wind durchaus Wellen von 2 Meter Höhe entstehen können.




Gegen Mittag fallen sodann die ersten Regentropfen. Wir machen es uns im "Elchi" gemütlich. Mitte Nachmittag giesst es alsdann wie aus Kübeln.

Das Wasser fliesst in zusammenhängenden Strömen über unsere Heckscheibe runter.

Erst gegen Abend lässt der Regen allmählich nach und macht der Sonne Platz.
Mit dem Velo nach Friedrichshafen (D) (Montag, 18.7.2011)
Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 20 Grad / Wind: 3 bis 5 Bf. (SW)
Auch heute weht wieder ein respektabler Wind, der schon am frühen Morgen einen Kiter aufs Wasser lockt.

Wir nutzen das trockene Nachfrontenwetter für einen Ausflug mit unseren Velos ins 14 Kilometer entfernte "Friedrichshafen". Wir hätten erwartet, dass der Radweg grösstenteils dem Seeufer entlang führen würde. Der gut ausgeschilderte Radweg verläuft jedoch auf dieser Strecke vorwiegend der Hauptstrasse entlang, weil private Seeanstösser die Durchfahrt offenbar verunmöglichen. Statt auf den See sehen wir dafür auf die eindrucksvollen Rebberge, wo die Trauben an den sonnigen Südhängen besonders gut reifen.

Am westlichen Stadtrand fahren wir an der "Schlosskirche Friedrichshafen" vorbei. Ein kurzer Halt lohnt sich. Die Kirche hat doch eher die Dimension einer Kathedrale.



Am Rand der Innenstadt parken wir unsere Fahrräder. Eine eigentliche Altstadt besitzt Friedrichshafen nicht mehr. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg total zerbombt. Wir vermuten, dass dieses kleine Stück der alten Stadtmauer noch das einzige Überbleibsel ist.


Der "Buchhorn-Brunnen" auf dem Kirchplatz ist ebenso modern gestaltet, wie die ganze Innenstadt.




Wir schlendern ein wenig durch die Einkaufsstrassen, bevor wir nach einem kurzen Lunch die Rückfahrt antreten. Am Westrand der Innenstadt entlang der Uferpromenade findet zurzeit das "Seehasenfest" statt, welches viele Leute anlockt.



Das Klangschiff "Im Augenblick" bildet einen willkommenen Vordergrund zum imposanten Wolkenbild über dem Bodensee.

Ein Foto im surrealistischen HDR gefällig?

Die eindrückliche Wolkenstimmung ist geradezu prädestiniert für überzeichnete HDR-Fotos.



Hagnau (D) - Kreuzlingen (CH) (Dienstag, 19.7.2011)
Wetter: schön bis bewölkt, Regen / Temp.: 20 Grad
Dank einer Föhnströmung bleibt es bis am Nachmittag noch sonnig und warm. Die Sicht auf das gegenüberliegende Ufer und das Alpsteingebirge mit dem Säntis ist entsprechend klar.

Mal schauen, wie lange der Föhn diesmal das schlechte Wetter zurückhalten kann. Bis elf Uhr harren wir noch auf dem Campingplatz aus, weil die Lieferung unseres neuen Lorch-Surfbrettes erst heute Morgen erfolgt. Am Mittag ist es dann endlich soweit, dass wir das neue Lorch-Surfbrett in Konstanz abholen und noch bei Sonnenschein aufladen können. Erst am späteren Nachmittag, als wir uns bereits auf dem Campingplatz "Fischerhaus" in Kreuzlingen eingerichtet haben, beginnt es leicht zu regnen.
Unsere Flexibilität wird wieder mal auf eine harte Probe gestellt, denn das Reisebüro hat es nun trotz aller anders lautenden Informationen geschafft, noch zwei Plätze für die Kanada-Reise zu organisieren. Da gilt es Prioritäten zu setzen. Wir stellen unsere Reisepläne ein weiteres Mal um und werden nun Mitte August für drei Wochen durch den Osten Kanadas reisen. Eine solche Chance wollen wir uns nicht entgehen lassen. Für die Insel Rügen bleiben uns leider nur noch zwei Wochen. Erinnerungen an die Zeit, als wir noch im Arbeitsprozess standen, kommen in uns hoch. Wir haben uns mittlerweile an eine entspannte Reiseplanung ohne Zeitdruck gewöhnt ;-)
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