Wetter: bewölkt, Regen bis schön / Temp.: 10 bis 25 Grad
Die durchziehende Regenfront kühlt in der Nacht massiv ab. Unser "Elchi" wird einmal mehr gründlich gewaschen. Wir stehen beizeiten auf, denn eine grosse Reiseetappe liegt heute vor uns. Wir wollen so schnell, wie möglich, in den Norden Deutschlands vorankommen, weil das Wetter dort zurzeit wesentlich schöner sein soll.
Bei leichtem Regen verlassen wir die Schweiz in Richtung Norden. Die Fahrt verläuft, mal abgesehen von ein paar kleinen Baustellenstaus, beinahe problemlos. Einzig zwischen Stuttgart und Würzburg giesst es ausgiebig. Unser "Elchi" wird noch einmal durchgewaschen. Je weiter wir jedoch nach Norden vorstossen, umso schöner und vor allem wärmer wird das Wetter. Als Höchsttemperatur messen wir sommerliche 25 Grad.
Nur der Vollständigkeit halber erwähnen möchten wir den ungeplanten Abstecher auf die Autobahn in Richtung Nürnberg, wo wir wegen einer Baustelle bei der Umfahrung Würzburg die falsche Spur gewählt haben ;-) Ansonsten kommen wir gut voran, so dass wir noch vor Sonnenuntergang in "Stade" eintreffen.
Der gut besuchte Stellplatz der Stadt ist mit Hilfe unseres "Navis" schnell gefunden. Der grosszügige Wohnmobil-Stellplatz am Rand der Altstadt verfügt immerhin über 79 Stellplätze mit Stromanschluss sowie einer Ent-/Versorgungsstation. Die Parzellen sind mit Büschen voneinander getrennt. Sogar ein Brötchen-Service ist mit dabei. Was für uns besonders wichtig ist: Der Platz liegt fernab von Hauptstrassen im Grünen und ist sehr ruhig.


Es sind nicht mehr allzu viele Plätze frei, so dass die Qual der Wahl diesmal entfällt.

Zum Vergleich: Die Stadt St. Gallen stellt für Reisemobile lediglich 3 Stellplätze zur Verfügung, wobei diese von den Gästen nur eine Nacht belegt werden dürfen. Ob diese Zeit für eine Stadtbesichtung genügt, bleibe dahin gestellt ;-)
Nota bene: Wir haben noch nie einen so freundlichen und hilfsbereiten Stellplatzwart erlebt, wie hier in "Stade". Der Mann im Rentenalter (Annahme) ist die Liebenswürdigkeit selbst und gibt uns nebst einem Touristenpäcklein mit vielen Unterlagen noch wertvolle Tips für die Stadtbesichtigung mit auf den Weg.
In der Altstadt von Stade (D) (Donnerstag, 21.7.2011)
Wetter: schön bis bewölkt, windig / Temp.: 20 Grad
Die von einem Burggraben umgebene Altstadt von "Stade" liegt nur fünf Gehminuten vom Stellplatz entfernt.
Zur Vergrösserung bitte auf Foto klicken

Das schmucke Städtchen ist zwar nicht zu vergleichen mit "Celle", welches wir letztes Jahr angeschaut haben, doch gleichwohl eine Reise wert. Die bezaubernde Altstadt mit vielen alten Fachwerkbauten, idyllischen Gassen und Ecken, lädt zum Verweilen ein und enthält etliche Bijous, die man gesehen haben sollte.




Der Burggraben wird vom Flüsschen "Schwinge", welches in die "Elbe" mündet, mit Wasser versorgt.

Wir schlendern erstmal kreuz und quer durch die märchenhaften Gassen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.



Das "Bürgermeister-Hintze-Haus" ist eines von vielen intakten Bijous aus vergangenen Zeiten, dessen wunderschöne Fassade wohl auf jeder Broschüre über "Stade" abgebildet ist.

Das "Knechthausen" und das "Senatorenhaus" haben die verschiedenen Kriege genau so überdauert, wie das "Alte Rathaus" im Zentrum der Altstadt und das einzigartige "Hökerhus" mit dem Altstadtcafé.




Wir sehen uns das "Rathaus" mit dem mächtigen Treppenhausgeländer etwas genauer an.

Im Innern findet man übrigens auch ein beleuchtetes Modell des alten "Stade".

Die schmucke Fassade des "Hökerhus" ist, aussen wie innen, eine wahre Augenweide.


Wenn man sich sodann weiter in den Innenhof vortastet, wird man von bezaubernden Boutiquen und dem idyllischen "Altstadtcafé Stade", das Lokal mit Flair, im Obergeschoss überrascht, welches mit einer geschützten Terrasse im Innenhof aufwartet.





Spontan entschliessen wir uns, den Lunch an diesem gemütlichen Ort einzunehmen. Wir werden nicht enttäuscht. Sie bieten auch vegetarische Gerichte an und das Essen schmeckt ausgezeichnet. Auch die feinen Desserttorten in diesem auf Qualität bedachten Haus sind nicht zu verachten.

Im Zentrum der Innenstadt ragt der Turm der Kirche "St. Cosmae et Damiani" aus dem Häusermeer empor.


Die alte originale Orgel, die in den Jahren 1668 bis 73 erbaut wurde, dominiert das Innere der Kirche.


Aber auch die kunstvoll verzierte Kanzel ist eine Augenweide.


Das dreigeschossige "Traufenhaus" mit seiner filigranen Fassadenstruktur in einer Seitengasse hätten wir beinahe übersehen.

Wir kommen gerade hinzu, als bei einer Baustelle mitten in der Altstadt, ein Bagger eine Hauptwasserleitung erwischt und das in Strömen auslaufende Wasser eine riesige Überschwemmung erzeugt. Eine kleine Katastrophe bahnt sich an. Das Wasser sammelt sich erstmal in der Baugrube, droht dann aber den unteren Teil des Städtchens zu überschwemmen.


Im Nu ist die Schadenstelle von Schaulustigen gesäumt, die den hektisch nach einem Rohrventilschieber suchenden Arbeiter bei ihrem Tun zugucken.

Aus Wasserabläufen werden plötzlich sprudelnde Quellen, die teilweise in den zentralen Kanal abfliessen und diesen braun färben.


Eine Stunde später sind die Arbeiter daran, das beschädigte Rohr zu reparieren.

Da hat die verantwortliche Bauleitung wohl ihre Hausaufgaben nicht gemacht (vollständiges Einholen der Werkleitungspläne im Baubereich) oder der Baggerführer hat einen Augenblick lang nicht aufgepasst. Wie dem auch sei; der entstandene Schaden ist nicht unerheblich :-(
Auf unserem Entdeckungsspaziergang durch die Altstadt finden wir noch etliche anheimelnde Ecken und Gassen.




Auf dem Rückweg zum Stellplatz sehen wir uns noch das Freilichtmuseum auf der vorgelagerten Insel ausserhalb der Altstadt an. Von der "Woltmann-Fussgängerbrücke" aus geniessen wir den bezaubernden Blick auf das idyllisch gelegene Restaurant am Burggraben.


Im HDR-Gewand sieht es noch märchenhafter aus.


Das Restaurant mit seinem mächtigen Strohdach beherbergt an schönen Abenden bestimmt zahlreiche Gäste. Heute Nachmittag scheint das Lokal geschlossen zu sein.


Gleich daneben befindet sich die imposante Bockwindmühle. Weil das Bild kontrastarm ist, bringt ein HDR-Bild (unteres Foto) nur wenig.


Leider verschlechtert sich das Wetter am späteren Nachmittag zusehends. Die Sonne wird allmählich verschleiert und ein unangenehmer Wind frischt auf. Die nächste Schlechtwetterfront kündigt sich an. Wir ziehen uns in unseren "Elchi" zurück.
Stade - Wedel (D) (Donnerstag, 22.7.2011)
Wetter: bedeckt bis bewölkt, windig / Temp.: 18 Grad
Den Morgen verbringen wir nochmals in der wunderschönen Altstadt von "Stade". Gegen Mittag wechseln wir auf die andere Seite der "Elbe". Unser Ziel ist die Stadt "Wedel". Dazu müssen wir allerdings zunächst nach Hamburg und dort durch den neuen Elbtunnel fahren, weil über den breiten Fluss keine direkte Verbindung existiert.
Wegen mehreren kleinen Ampelstaus und dem üblichen Stau beim Elbtunnel in Hamburg benötigen wir für die 60 Kilometer volle zwei Stunden.


Als wir durch eine schmale zweispurige Wohnstrasse in die Einbahnstrasse bei Karin und Eugen, unseren Bekannten von "La Manga", einfahren wollen, herrscht an der Einmündung ein unbeschreibliches Chaos. Wir können wegen falsch geparkten Autos und der allgemeinen Enge weder vorwärts noch rückwärts fahren. Der Verkehrsfluss bricht total zusammen. Wegen einer Baustelle auf der Parallelstrasse wird diese äusserst schmale und verblockte Wohnstrasse (max. 30 km/h) zurzeit als Umfahrungsstrasse missbraucht, was zu überdurchschnittlichem Verkehrsaufkommen führt. Hinzu kommt, dass in der angepeilten Einbahnstrasse erst noch ein PKW mitten in der Strasse geparkt hat und für unser breites Fahrzeug dort kein Durchkommen ist. Nach langem Hin und Her entschliessen wir uns kurzerhand unser Ziel zu wechseln und stattdessen den Stellplatz von "Wedel" anzufahren und dort zu nächtigen. Mit Hilfe unseres "Navis" ist auch dieser Stellplatz schnell gefunden. Der riesengrosse Platz verfügt nebst einer Ent-/Versorgungsstation sogar über WCs. Auch dieser Wohnmobilstellplatz liegt wiederum im Grünen und ausgesprochen ruhig.


So fahren wir eben mit unseren Fahrrädern zurück zu Karin und Eugen, wo wir zunächst bei Kaffee und Kuchen einen unterhaltsamen Nachmittag und anschliessend einen netten, gemütlichen Abend im Restaurant "Kleine Waldschenke" erleben.
Wedel - Rügen (D) (Samstag, 23.7.2011)
Wetter: bedeckt, Regen, windig / Temp.: 14 Grad / 6 bis 7+ Bf. (W)
Als wir am frühen Morgen aufwachen, ist das Wetter leider alles andere als schön. Der Himmel ist Wolken verhangen und es regnet leicht. Dazu weht ein sehr kräftiger Wind aus westlicher Richtung, was für uns immerhin willkommenen Rückenwind bedeutet. :-)
Wir fahren beizeiten los, um möglichst bald in Rügen anzukommen und uns auf dem "Caravanplatz Seehof" zu installieren. Vom Wetter her versäumen wir sowieso nichts. Die Landschaft ist in graue Wolken gehüllt und es schaut eher wie Herbst, als wie Sommer aus. Unterwegs wird der Regen allmählich stärker. Bis nach "Stralsund" kommen wir trotzdem gut voran. Bei der Auffahrtsrampe zur Stralsunder Brücke, welche die einzige Verbindung auf die Insel "Rügen" darstellt, geraten wir sodann in einen ersten Stau. Wir fahren währenddessen im Schritttempo an Hunderten von Autos vorbei, die sich auf der Gegenseite ebenfalls gestaut haben. Wir schätzen die Autokolonne auf etwa 20 Kilometer. Auch in unserer Fahrrichtung lässt der Verkehr erst nach der grossen Kreuzung in "Samtens" langsam nach. Es ist ein typischer Verkehrsstau, wie er auf Rügen am Wochenende immer auftritt, weil lediglich eine einzige Verbindungsstrasse zu den wichtigsten Dörfern und der Hauptstadt "Bergen" besteht.
Kurz nach zwölf Uhr treffen wir auf dem "Caravanplatz Seehof" ein, gerade noch rechtzeitig bevor die Mittagsruhe anfängt. Wir stellen uns erstmal hin und verkriechen uns im Wohnmobil, weil uns der heftige Wind mit 6 bis 7 Bf. (in Böen weit mehr) um die Ohren bläst und ein Abladen nicht zulässt.
Foto des Tages: Ein unverdrossener Windsurfer trotzt dem lausigen Wetter
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Kommentar(e) zum Reisetagebuch-Eintrag von Anita und Heinz