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Freitag, 17. Juni 2011

Aufenthalt im Gargano, Italien X (mit Elchi)

Windsurfen im Gargano (Samstag, 18.6.2011)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad / Wind: 4 bis 6+ Bf. (SO)

"Morgenstund' hat Gold im Mund!" In diesem Sinne verrichten wir jeden Morgen unser Fitnessprogramm. Die Sonne geht hier im östlich gelegenen Süditalien noch etwas früher auf, als zuhause. Zurzeit stehen wir deshalb schon um sechs Uhr auf, um der Hitze der mittlerweile kräftigen Sonne zu entgehen. Unsere bevorzugte Joggingstrecke ist die Bucht von "Santa Maria di Merino", welche insgesamt ca. 2,9 km lang ist. Eine Strandrunde misst demzufolge 5.8 km, was für unsere Bedürfnisse vollkommen ausreicht.

Seit Beginn unseres Gargano-Aufenthaltes stehen den 14 Nichtwindsurftagen zurzeit 47 Tage mit Gleitwind gegenüber. Das bedeutet eine unglaubliche Windausbeute von 77 %. Auch heute Nachmittag und die nächsten Tage erwarten wir wieder surfwürdigen Wind.

Am Morgen ist es noch windstill und so fahren wir mit dem Roller erstmal auf der Küstenstrasse nach "Peschici". Die Strecke kennen wir ja schon, aber trotzdem gibt es immer wieder etwas Neues zu sehen. Vor allem die Natur verändert sich andauernd.

In der Altstadt von "Peschici" gibt es jede Menge Boutiquen, die um die Gunst der Touristen werben.







Bei unserem letzten Besuch im April waren lediglich ein paar wenige der Läden geöffnet. Man merkt, dass jetzt die Hochsaison beginnt.







Wir schlendern noch etwas durch die Gassen der Altstadt bevor wir uns einen Cappuccino genehmigen.









Als wir auf dem Campingplatz eintreffen, weht bereits ein kräftiger Südostwind mit 3 bis 4 Bf. über die Bucht. Erste Surfer wassern eben ihre Bretter. Wir stärken uns zunächst mit einem kleinen Lunch, bevor auch wir mit dem 6.0/5.5 m2 Segel losdüsen.

Nach einer Stunde legt der Wind noch um ein Beaufort zu und erreicht Windstärke 5 bis 6, in Böen sogar mehr. Mit dem 5.5/5.0 m2 Segel und den kleinen Brettern (85/95 Liter) sind wir flott unterwegs. Draussen hat sich eine wunderbare, gleichmässige Dünung gebildet, ideal für Halsen jeder Art. Nach zwei Ruhetagen war dies wieder mal ein toller Surftag, wie man ihn sich wünscht.

Fotos des Tages: Die "Zikaden" schlüpfen zurzeit scharenweise aus ihren Erdlöchern und werfen als erstes ihre Larvenhülle ab. Bis die neuen Flügel getrocknet sind und ihre Körper wieder die bräunliche Farbe der Umgebung angenommen haben, sind sie für Vögel ein gefundenes Fressen.
















Camping im Gargano (Sonntag, 19.6.2011)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 31 Grad / Wind: 1 bis 2 Bf. (SO bis N)

Heute Nachmittag soll gemäss Windprognosen wieder Surfwind wehen. Von der Terrasse der Cafeteria lässt sich die heutige Winddrehung von Südost auf Nord gut verfolgen. Leider zeigen die wehenden Fahnen erst um zwei Uhr einen Windwechsel auf Nordost an.

Nach einer weiteren Stunde dreht der Wind dann weiter auf Norden, bleibt jedoch verhalten auf 1 bis 2 Beauforts stehen. Vergeblich warten wir heute auf einen Einsatz mit unseren Surfbrettern.

Ein wunderschöner, lauer Sommerabend liegt vor uns. Zusammen mit Rolf, Silvia und Christoph fahren wir mit unseren Rollern zum Abendessen nach "Vieste". Am Sonntagabend ist es nicht leicht einen Parkplatz zu finden, selbst für unseren Roller nicht. Ganz "Vieste" scheint auf den Beinen zu sein. Im "Restaurante Borgo Antico" finden wir noch ein schönes Plätzchen auf der Aussichtsterrasse. Das Essen schmeckt, wie immer, ausgezeichnet. Zum Nachtisch gibt's von der benachbarten Gelateria ein feines Eis.

Wir schlendern noch ein wenig durch die belebten Gassen der Altstadt.







Die sogenannte "Blaue Stunde" ist leider schon vorbei. So ist alles ins gelbrötliche Licht der der zahlreichen Laternen getaucht.







Zum Abschluss des traumhaft schönen Abends genehmigen wir uns eine Runde "Bellinis" in einem der teuersten Restaurants am Platz. Die bequeme Sitzgruppe und das gemütliche Ambiente mit dezenter Jazzmusik lassen wir uns etwas kosten. Man gönnt sich ja sonst nichts ;-)


Windsurfen im Gargano (Montag, 20.6.2011)
Wetter: sehr schön / Temp.: 28 Grad / Wind: 2 bis 3 Bf. (N)

Um Mitternacht zeigte das Thermometer immer noch 25 Grad an. Mit einer Minimaltemperatur von 23,5 Grad haben wir die wärmste Nacht hinter uns, seit wir hier im Gargano sind. Es wird allmählich Zeit über unsere Heimreise nachzudenken ;-)

Eigentlich war für heute wieder Starkwind vorhergesagt. Doch bis zum Mittag warten wir vergeblich darauf. Ausser ein paar Flautensurfern und Kitern mit übergrossen Segeln, sind nur Badende auf dem Wasser zu sehen.







Sonnenhüte und Sonnenbrillen sind zurzeit sehr gefragt.



Mustafa ist mit seinen farbenfrohen Badetüchern unterwegs. Er möchte die Vorsaison, wenn vor allem mitteleuropäische Touristen hier sind, bestmöglich nutzen, denn die Italiener, meint er, kauften seine Badetücher kaum.

Auch am Nachmittag gehört der Strand zunächst den Badenden.



Erst um halb zwei Uhr ist es dann endlich so weit, dass ich mit dem grossen 7.2 m2 Segel und dem 115 Liter Lorch aufs Wasser kann. Leider kommt der Wind über das Stadium von 3 Bf. nicht hinaus. Gleiten wird zu einer echten Herausforderung, da sich in der Bucht eine für diesen schwachen Wind ungewöhnlich hohe und zur Windrichtung extrem ungünstige Welle aufgebaut hat. Durch die Hoffnung auf zusätzliche Thermik angespornt, harre ich trotz der dürftigen Windverhältnisse drei Stunden auf dem Wasser aus.

Windsurfen im Gargano (Dienstag, 21.6.2011)
Wetter: sehr schön / Temp.: 29 Grad / Wind: 2 bis 3 Bf. (N)

Wir legen heute, am längsten Tag des Jahres, wieder mal einen "recovery and recreation day" ein. Die Luft ist derart warm und trocken und dazu weht ein leichter Wind, dass man die Wäsche, wenn man am einen Ende mit dem Aufhängen fertig ist, sie am anderen Ende bereits wieder abnehmen kann. Diese Schilderung ist zwar etwas übertrieben, aber nur ein wenig ;-)

Bei unserer Einkauftour in "Vieste" stellen wir mit Erstaunen fest, dass die Cafeteria "Why Not" wieder geöffnet ist. Dennoch bleiben wir vorläufig bei unserem neuen Favoriten und trinken dort unseren ersten Cappuccino des Tages.



Gegen Mittag weht zwar ein Nordwind mit 2 bis 3 Beauforts über die Bucht, für unser Material bleibt der Wind grenzwertig. Für Anfänger zum Üben oder Surfer mit übergrossen Segeln und Brettern ist dieser gleichmässige Schwachwind jedoch akteptabel oder sogar ideal.



Die Bucht von "Santa Maria Merino" schaut heute von oben herab ziemlich leer aus.

So unternehmen wir, dieses Jahr vielleicht zum letzten Mal, eine Spritztour zum Trabucco vor "Peschici". Die Zufahrtsstrasse ist nach einer mehrmonatigen Bauphase nun wieder geteert, so dass die Campingplätze und Hotels an diesem Strandabschnitt wiederum direkt erreicht werden können.



Nicht nur an den Stränden, sondern auch im Trabucco merkt man die zusätzliche Anwesenheit der Italiener, die seit Mitte Juni ebenfalls Ferien haben. Alle Badebuchten sind gut besucht.



Wir geniessen noch einmal die wunderschöne Aussicht auf das blaugrüne Meer und "Peschici".






Camping im Gargano (Mittwoch, 22.6.2011)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 32 Grad / Wind: 1 bis 2 Bf. (O)

Seit langem ist das Thermometer in der Nacht wieder mal unter die 20 Gradmarke gefallen. Wir messen am frühen Morgen "nur" 19,5 Grad. Ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über dem Gargano. Für die nächsten drei Tage ist jedoch kein Wind vorhergesagt. Dafür wird es richtiggehend heiss werden (32 Grad und mehr).

Um die Mittagszeit ist es alsdann auch brütend heiss. Wir unternehmen mit dem Roller eine Rundfahrt via "Foreste Umbra", "Vico del Gargano", "Peschici" und zurück. In den Sommermonaten dient der "Foreste Umbra" (Schattiger Wald) den Einheimischen vor allem als willkommener kühlender Aufenthaltsort. Es gibt dort zahlreiche Picknickplätze mit Tischen, Bänken und Feuerstellen, die jedoch unter der Woche nur schwach belegt sind. An den Wochenenden herrscht dann ein umso grösseres Gedränge.

Der ausgedehnte Wald besitzt einen beachtlichen Eichenbestand, in diesen Breiten eher ungewöhnlich. Da der Gargano bis über 1000 m. ü. M. reicht und relativ regenreich ist, gedeihen die Bäume offenbar wunderprächtig.

Auch wir fühlen uns im schattenspendenden Wald pudelwohl.



Vom blühenden Ginster ist inzwischen nur noch an wenigen Stellen im oberen Teil des "Foreste Umbra" etwas zu sehen. Weiter unter ist er bereits verblüht.



Drei Mal darfst du raten, wo wir uns hier befinden ;-)

Richtig, bei der Cafeteria und Pasticceria im Zentrum von "Vico" machen wir Halt. Das Lokal verfügt übrigens über einen anheimelnden Innenhof.

Am Bahnhof von "Peschici", der ein paar Kilometer westlich des Dorfes liegt, sind wir schon oft vorbeigefahren ohne je einen Zug gesehen zu haben. Diesmal haben wir mehr Glück.



Die Sicht ist heute relativ gut, so dass man die "Tremiti Inseln" in der Ferne gerade noch erkennen kann.

Das Trabucco vor "Peschici" ist umgeben vom blaugrünen Meer. Hier soll man übrigens gut Essen, vor allem Fisch und Meeresfrüchte.



Morgen verlassen uns Rolf, Silvia und Christoph. Wir wollen den letzten Abend gemeinsam verbringen. Margit und Martin aus Deutschland schliessen sich uns an. Mit den Fahrrädern und Rollern fahren wir zum "Restaurante Mezzaluna" und verbringen in der Bucht von "Molinella" einen wunderschönen Sommerabend.





In der Ferne kann man das von der Abendsonne beschienene "Vieste" mit der über allem thronenden Burg erkennen.

Das Essen schmeckt einmal mehr ausgezeichnet (siehe auch unser Bericht vom 13.6.2011).

Selbst um zehn Uhr messen wir immer noch 25 Grad Celsius und morgen soll es sogar noch etwas wärmer werden.

Foto des Tages: Erfrischende Kokosnus-Drinks frisch vom Händler am Strand


Windsurfen im Gargano (Donnerstag, 23.6.2011)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 33 Grad / Wind: 2 bis 3 Bf. (O)

Am Nachmittag beginnt überraschend ein Ostwind mit 2 bis 3 Bf. über die Bucht zu wehen. Für eine halbe Stunde kämpfe auch ich mit dem 115 Liter Lorch und dem 7.2 m2 Segel um jedes Quäntchen Wind. Ein auf Luv vorbei fahrender Surfer genügt, um aus dem Gleiten zu kommen. So macht Surfen keinen Spass. Der Wind ist einfach zu grenzwertig. Ein Trost bleibt: Ab Samstag sind 4 Tage Starkwind aus Norden mit 5 bis 7 Bf. vorausgesagt.

Die Pfingsturlauber nutzen hingegen den letzten Surftag vor ihrer Abreise und kosten die leichte Brise in vollen Zügen aus.





Auch Windsurfschüler haben bei dem gleichmässigen Leichtwind jede Menge Erfolgserlebnisse.





Anstatt uns auf dem Wasser abzumühen, betrachten wir derweil die Szene lieber von der Terrasse der "Cafeteria Touring" aus, wie der kleine Drache auch ;-)





Am späteren Nachmittag unternehmen wir zusammen mit Margot und Fred eine Spritzfahrt zur "Texas-Bar" an der Küstenstrasse nach "Peschici", die wir schon lange mal besuchen wollten. Wir standen in den letzten Monaten schon einige Male vor verschlossenen Türen. Erst seit Pfingsten scheint die Cafeteria am Nachmittag nun permanent geöffnet zu sein.

Von der Terrasse des Café/Restaurants aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die vorgelagerten Plantagen und das Meer.



Zum Abendessen gibt's heute "Penne con Gamberi alla Anita". Mmmh…

Windsurfen im Gargano (Freitag, 24.6.2011)
Wetter: sehr schön / Temp.: 32 Grad / Wind: 4 bis 5 Bf. (N)

Wir sind gerade beim Einkaufen in "Vieste", als wir auf dem Meer die ersten Schaumkronen bemerken. Auf dem Campingplatz angekommen, bläst der nicht prognostizierte Wind mit 4 bis 5 Bf. aus Norden über unsere Bucht.



Obwohl wir diesmal ein wenig zu spät dran sind, reicht es noch für eine gute Stunde Windsurfen. Mit der Kombination 5.5/6.0 m2 Segel und dem 115/105 Liter Brett sind wir optimal unterwegs.



Für die Pfingstler sind die zwei Stunden Starkwind ein nettes Abschiedsgeschenk, denn die Meisten reisen heute Abend oder Morgen früh ab.

Auch unsere Tage im schönen Gargano sind gezählt. Wir werden nach den kommenden vier Starkwindtagen unsere sieben Sachen packen und uns ebenfalls in Richtung Norden verschieben. Heute Abend wollen wir ein letztes Mal "Vieste" bei Nacht erleben. Der milde wunderschöne Abend ist prädestiniert dazu (um zehn Uhr immer noch 26 Grad).

Ein Spaziergang durch die Gassen der Altstadt bringt uns den erwünschten Hunger.







Ob diese Katzen auch so hungrig sind, wie wir?

Bei den zahlreichen Pizzerias und Restaurants haben wir, wie so oft, die Qual der Wahl.





Wir entschliessen uns für die anheimelnde "Trattoria-Bruschetteria-Pizzeria La Piazzetta" an der "Piazzetta di Padre Pio" bei der kleinen Kirche im Zentrum der Stadt.

Bruschetta und Pizza schmecken ausgezeichnet. Die Bedienung ist vorbildlich. Die warme Beleuchtung und auch die dezente Backgroundmusik mit italienischen Songs tragen zu einer gemütlichen Atmosphäre bei.



Anschliessend vertreten wir uns noch ein wenig die Füsse bis es nach der "blauen Stunde" wieder zum Campingplatz zurückgeht.



Es war einmal mehr ein wunderschöner lauschiger Abend. "Vieste" ci vediamo presto ancora…

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