Wetter: sehr schön bis leicht bewölkt / Temp.: 17 Grad
Die Rückfahrt über den "San Bernadino" auf die Alpennordseite verläuft problemlos. Der Verkehr findet vor allem auf der Gegenfahrbahn statt, wo sich das Wochenende und der Ferienbeginn bemerkbar machen.

Um 11 Uhr treffen wir bereits in St. Gallen ein. Es ist hier vergleichsweise kühl. Mit 8 Grad erinnert uns die Morgentemperatur eher an einen milden Wintertag, als an einen Hochsommertag. Die Tageshöchsttemperatur beträgt lediglich 16 Grad. Ein durchgreifender Tenue-Wechsel ist angesagt: Wir tauschen unsere T-Shirts und Shorts gegen warme Sweatshirts und lange Hosen. So viel zum Wetter ;-)
Wir werden uns in den nächsten zwei Wochen in der Ostschweiz aufhalten. Während dieser Zeit macht das Reisetagebuch-Redaktorenteam mal Urlaub. Ab ca. Mitte Juli geht es dann weiter mit unseren Reisetätigkeiten. Lasst Euch überraschen, wohin die Reise geht :-)
Fotos des Tages: Dies ist nicht etwa schon wieder ein neuer Roller, sondern lediglich ein Ersatzroller während des 1000 km Services ;-)

Auf dem Campingplatz Leebrücke bei St. Gallen neben der "Sitter" (Fluss)



Unwetter auf dem Campingplatz Leebrücke, St. Gallen (CH) (Sonntag, 10.7.2011)
Wetter: schön bis bewölkt, Gewitter / Temp.: 26 Grad
Nach einem Tagesausflug haben wir eben unseren Roller zugedeckt und uns im Reisemobil verkrochen, als es in Strömen zu regnen beginnt. Es giesst wie auf Kübeln.

Innert kurzer Zeit können die vorhandenen Abläufe die riesigen Wassermengen nicht mehr schlucken, so dass sich das Wasser an der tiefsten Stelle zu sammeln beginnt. Das Wasser steht innert kurzer Zeit knietief und Autos fahren mit einer Bugwelle durch den Campingplatz.



Drei Mal dürft Ihr raten, wo unser Reisemobil steht ;-) Wir sitzen genau in der Mitte des Teichs, der in schnellem Tempo immer grösser und tiefer wird.



Unser Roller droht alsbald im neu entstandenen See zu ertrinken. Rettung ist vonnöten. Bevor der Auspuff voll zu laufen droht, verschiebe ich unseren Roller erstmal auf die nahe Wiesenerhebung, die etwa einen Meter höher liegt.


Die Starkstromzufuhr trenne ich vorsorglich, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Ein Mitarbeiter vom Campingplatz versucht den verstopften Abfluss freizuschaufeln.

Nach einer halben Stunde entschliessen wir uns, unseren "Elchi" ebenfalls zu verschieben, so lange wir den Motor noch ungehindert anlassen können.

Wir beziehen auf der erhöhten Wiese einen provisorischen Stellplatz.

Mit etwas Sorge beobachten wir die "Sitter", die am Campingplatz vorbei fliesst und an Höhe zulegt.


Noch hat die Uferböschung ca. 1,0 m Reserve. Wenn aber die Wassermassen des Appenzeller-Hinterlandes hinzukommen, könnte es kritisch werden. Wir warten vorerst ab, bis wir weitere Fluchtmassnahmen treffen. Die Campingplatzgäste haben sich mittlerweile an der Rezeption versammelt und verfolgen besorgt das Wettergeschehen.



Sämtliche sanitären Anlagen sind durch die überlaufenden Abläufe überflutet und auch die Bänke und Tische im Aufenthaltsvorraum stehen mittlerweile unter Wasser.

Die Campingplatzwartin möchte die Feuerwehr anrufen. Da die ganze Region betroffen ist, kommt sie verständlicherweise nicht durch. Die Leitung ist permanent besetzt. So bleibt uns nur abzuwarten, bis das Wasser von selbst wieder abfliesst.
Um fünf Uhr lassen die Niederschläge dann endlich nach und der Wasserstand beginnt sich sichtbar zu senken. Überall macht sich Entspannung breit. Wir wollen mit dem Umzug an unseren alten Platz vorerst zuwarten, bis wir sicher sind, dass die "Sitter" nicht doch noch über die Ufer tritt. Der reissende Fluss führt eine Menge Geschiebe mit sich. Das Wasser hat eine braune, milchige Färbung und ist gespickt mit Treibholz, Zweigen und anderem Pflanzenzeugs.


Ganze Baumstämme ziehen an uns vorbei. Ab und zu stöhnt ein zu tief liegender Zweig der Uferbewaldung auf, wenn er mit dem Treibgut kollidiert.


Nur noch einen halben Meter sind die tosenden Wassermassen vom Uferbord entfernt, als sich der Wasserstand allmählich zu senken beginnt. Alle atmen erleichtert auf :-)

Am Abend stellen wir unseren "Elchi" wieder an den angestammten Platz zurück, nicht zuletzt, weil dieser einer der wenigen Plätze mit Satellitenempfang ist ;-) Wir haben das Unwetter zum Glück unbeschadet überstanden.